Yoga & meditation Retreat

Meditation für Anfänger Teil 1 – Konzentration

Meditation ist ein Zustand entspannter Aufmerksamkeit. Die alten Yogis verglichen einen unkonzentrierten Geist treffend mit einem verrückten, betrunkenen Affen, der in einem nicht enden wollenden Kreislauf von einem Gedanken zum nächsten springt. Es scheint fast unmöglich zu sein, den von einem Gedanken zum anderen springenden Geist zu stoppen. In der Meditation lernen wir, uns auf die Gegenwart zu konzentrieren. Dadurch wird verhindert, dass der Geist in der Vergangenheit verweilt oder sich Sorgen um die Zukunft macht.

Lassen wir uns zunächst einen Blick auf die Wirkungen der Meditation werfen:

Körperliche Vorteile

Während der Meditation werden die Ablenkungen der Umwelt immer weniger, was zu einem Gefühl der Entspannung und Ausgeglichenheit führt. Der Herzschlag und die Atemfrequenz verlangsamen sich und die inneren Organe kommen zur Ruhe. Studien zeigen, dass Meditation das Immunsystem stimuliert, die Gesundheit fördert und vor Krankheiten schützt. Die durch Gedanken und Gefühle erzeugten Schwingungen wirken sich auf jede Zelle des Körpers aus. Negative Gedanken können die Fähigkeit der Zellen zur Regeneration und Homöostase beeinträchtigen. Daher geht man davon aus, dass die Konzentration auf positive und harmonische Gedanken in der Meditation die Gesundheit und das Wohlbefinden auf Zellebene fördert.

Geistige Wirkungen

Je häufiger man meditiert, desto ruhiger und konzentrierter wird der Geist. Die Verwirrung weicht der Klarheit. Man stellt fest, dass man sich den Konflikten stellen kann, die den geistigen Frieden stören, und entdeckt kreative, positive Lösungen für diese Konflikte. Die Vorteile der Meditation wirken sich auch auf den Rest des Tages aus und helfen, sich bei der Arbeit und bei Freizeitaktivitäten besser zu konzentrieren. Sie führt zu einem emotionalen Gleichgewicht, fördert Verständnis, Mitgefühl und Geduld, was sich positiv auf die Beziehungen in Deinem Umfeld auswirkt.

Spirituelle Wirkungen

In den alten yogischen Schriften wird das Ziel der Meditation als Samadhi oder kosmisches Bewusstsein beschrieben. In diesem Zustand verschwindet die Illusion des Egos. Alles löst sich auf oder verschmilzt zu einem einzigen Bewusstsein. Erfahrene Yogis streben danach, immer in diesem Zustand zu sein und das Leben als eine einzige ununterbrochene Meditation zu leben.

Wenn sich die Meditationspraxis vertieft, erhält man Einblicke in einen Seinszustand, den wir wahrscheinlich noch nie zuvor erlebt haben. Man hat ein Gefühl von größerem inneren Raum, Wohlbefinden, Positivität und ein echtes Vertrauen in die Güte des Lebens. Wir können erkennen, dass jenseits der vertrauten Welt der Gedanken und Emotionen ein ganz neuer Bereich des Bewusstseins liegt. Unser Selbstverständnis wird sich erweitern und wir werden ein Gefühl der Einheit mit allem, was uns umgibt, erfahren.

Meditation ist so kraftvoll, dass ihr Nutzen weit über die Person, die meditiert, hinausgeht. Yogis glauben, dass die kraftvollen Friedensschwingungen, die von einem erfahrenen Meditierenden ausgehen, sich positiv auf jeden auswirken, mit dem diese Person in Kontakt kommt – und dass sie letztlich die ganze Welt beeinflussen. Den eigenen Geist durch Meditation zu befrieden, ist also das Positivste, was man tun kann, um zum Weltfrieden beizutragen.

 

„Fühle die Stille, höre die Stille, berühre und schmecke die Stille. Stille ist die Musik deiner Seele“

– Swami Vishnudevananda

 

Nachdem wir die Wirkung der Meditation kennengelernt haben, stellt sich natürlich die Frage: Wie fange ich mit der Meditation an?

Die Kunst der Konzentration

Der erste Schritt in der Meditation besteht darin, den Geist auf einen Punkt auszurichten, das heißt, ihn zu konzentrieren. In der Ashtanga-Yoga-Technik der Yoga-Sutras von Patanjali wird die Praxis von Dharana (einpünktige Aufmerksamkeit) vor Dhyana (Meditation) erwähnt.

Von Kindesbeinen an trainieren wir die Konzentration des Geistes durch das Lesen von Büchern, das Lernen für Prüfungen und später auch im Berufsleben, wo man Konzentration braucht. Aber wie du vielleicht bemerkt hast, hat sich unsere Aufmerksamkeitsspanne in den letzten Jahrzehnten drastisch verringert, vor allem, weil wir ständig von mobilen Geräten umgeben sind. Daher ist es notwendig, die Konzentration zu trainieren.

Praktische Übungen für die Konzentration

Mit den folgenden Übungen kann man auf einfache Weise beginnen, Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln. Übe zunächst, dich auf äußere Objekte zu konzentrieren, z. B. auf ein Buch, ein Geräusch oder auf etwas in der Natur wie die Wellen des Ozeans oder den Himmel. Wenn du Fortschritte machst, kannst du dich auf subtilere Objekte wie einen inneren Klang oder eine abstrakte Idee konzentrieren. So kann man die Übung allmählich ausdehnen, bis man sich eine halbe Stunde lang konzentrieren kann.

  1. Sich in einem Buch verlieren

Lese zwei oder drei Seiten eines Buches und schenke ihnen volle Aufmerksamkeit. Teste dann deine Konzentration, indem du am Ende einer Seite innehältst. An wie viel von der Geschichte kannst du dich erinnern? Kannst du die Fakten einordnen, vergleichen, gruppieren oder vergleichen?

  1. Konzentriere dich und betrachte die Natur

Ein Beispiel für die Betrachtung der Natur wäre, sich auf den Himmel zu konzentrieren. Spüre, wie sich der Geist erweitert, wenn du über die Weite des Himmels nachdenkst.

  1. Konzentriere dich auf ein Geräusch

Versuche, einem markanten Geräusch in Deiner Umgebung zu lauschen und dich nur auf dieses Geräusch zu konzentrieren. Zum Beispiel das Plätschern von Wasser oder das Rascheln von Blättern. Beobachte, wie lange du dich nur auf dieses Geräusch konzentrieren kannst. Wenn deine Gedanken abschweifen, bringe sie zu dem Geräusch zurück.

  1. Denke über eine Idee nach

Entspanne den Körper und den Geist und denke dann an eine Eigenschaft wie Mitgefühl. Stelle dir vor, wie du diese Eigenschaft in deinem Leben zum Ausdruck bringen könntest. Denke an Menschen, die diese Eigenschaft verkörpern. Bitte diese Eigenschaft, dein Herz zu erfüllen und dann in die Welt hinauszufließen.

  1. Kontemplation auf Kerzenlicht (Trataka)

Setze dich bequem in einen dunklen Raum und stelle eine brennende Kerze in Augenhöhe und in einem Abstand von einer Hand auf. Beobachte zunächst ein paar Minuten lang deinen Atem. Schaue dann eine Minute lang in die Kerzenflamme. Versuche, nicht zu blinzeln. Schließe die Augen und stellen dir die Flamme für eine Weile zwischen den Augenbrauen vor.

Wirkung der Konzentrationsübungen

Üben von Konzentration hat viele Vorteile. Konzentration stärkt die „Gedankenströme“ – also die Art und Weise, wie wir Gedanken und Ideen im Gehirn miteinander verbinden -, wodurch es leichter wird, schwierige, komplexe oder verwirrende Konzepte zu erfassen.

  • Man kann sich deutlicher ausdrücken.
  • Die Effizienz bei der Arbeit und anderen Aufgaben wird gesteigert.
  • Die Willenskraft und die Fähigkeit, andere Menschen positiv zu beeinflussen, wird gesteigert
  • Sie bewirken Gelassenheit, Einsicht und Heiterkeit.

Im nächsten Blogpost erfährst du mehr über Dhyana (Meditation), das auf die Konzentration (Dharana) folgt.

 

Um mehr über Meditation zu erfahren und sie Schritt für Schritt zu lernen, nimm an unseren täglichen Online-Meditationen teil oder besuche uns im Sivananda Yoga Seminarhaus für Yoga und Meditation Retreats.

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