Meditation für Anfänger Teil 2 – Dhyana (Meditation)

Im vorigen Blog haben wir darüber gesprochen, dass Konzentration der erste Schritt ist, der den Geist in einen Zustand der Meditation führt. In diesem Artikel geht es um die Meditation und ihre Praxis.

 

“Meditation ist eine geheimnisvolle Leiter, die von der Erde zum Himmel, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Dunkelheit zum Licht, vom Schmerz zur Glückseligkeit, von der Unruhe zum beständigen Frieden führt.” – Swami Sivananda

Von der Konzentration (Dharana) zur Meditation (Dhyana)

Am Anfang, wenn man sich entscheidet, sich auf ein bestimmtes Objekt zu konzentrieren, beginnt der zerstreute Geist langsam, sich zu beruhigen und sich auf ein bestimmtes Objekt zu konzentrieren. Sobald der Geist in der Lage ist, sich auf das Meditationsobjekt zu konzentrieren und nur wenige andere damit verbundene Gedanken im Hintergrund stehen, befindet er sich im Zustand von Dharana (Konzentration). Wenn es einen ununterbrochenen Gedankenfluss zum Meditationsobjekt gibt, ohne dass andere Gedanken im Hintergrund stehen, ist dies der Zustand der Meditation. Der Prozess der Meditation wird oft mit dem Fluss von Öl in einem stetigen, ununterbrochenen Strom verglichen.

Praxis der Meditation

Meditation ist ein Zustand entspannten Gewahrseins. Es ist nicht möglich, jemandem beizubringen, wie man diesen Zustand erreicht, so wie es auch nicht möglich ist, jemandem zu erklären, wie man schläft. Am Anfang ist es jedoch gut, sich mit der Vorbereitung von Körper und Geist auf die Meditation zu beschäftigen.

Die Vorbereitung kann in zwei Teile unterteilt werden:

I. Körperliche Vorbereitung

  1. Ort – Am besten ist es, einen Raum für die Meditation zur Verfügung zu stellen, aber wenn das nicht möglich ist, dann versuche, einen Teil eines Raumes für die Meditationspraxis abzutrennen. Man kann in diesem Raum spirituelle Bilder aufhängen und Räucherstäbchen anzünden. Benutze ein Meditationskissen oder eine Decke, um dich zur Meditation hinzusetzen. Wenn man regelmäßig in dem dafür vorgesehenen Raum meditiert, werden sich in diesem Bereich kraftvolle Schwingungen aufbauen. Diese Atmosphäre wird es dem Geist erleichtern, in einen Zustand des Friedens und der Ruhe zu gelangen.
  2. Zeit – Die besten Zeiten für die Meditation sind die Morgendämmerung und die Abenddämmerung, wenn die Atmosphäre friedlich und mit spiritueller Kraft aufgeladen ist. Es ist wichtig, eine bestimmte Tageszeit für die Meditationspraxis festzulegen. Das macht es dem Geist leichter, sich zu konzentrieren.
  3. Gewohnheit – Regelmäßigkeit von Zeit und Ort sind sehr wichtig. Wenn sich das Unterbewusstsein an die Regelmäßigkeit gewöhnt, fällt es leichter, zur Ruhe zu kommen und sich zu konzentrieren. Man kann mit 15 oder 20 Minuten beginnen und sich allmählich auf eine Stunde steigern. Achte darauf, jeden Tag zu üben!
  4. Sitzposition – Versuche, auf dem Boden zu sitzen, mit gekreuzten Beinen (Sukhasana), in der Lotus-Haltung (Padmasana) oder der halben Lotus-Haltung (Ardha Padmasana). Wenn es nicht möglich ist, auf dem Boden zu sitzen, nimm einen Stuhl. Es ist sehr wichtig, die Wirbelsäule und den Nacken gerade und entspannt zu halten. Man kann Handstellungen (Mudras) wie Chin-Mudra für die Meditation verwenden.
  5. Atmung – Sobald du dich in einer bequemen Position befindest, entspanne den Körper so weit wie möglich und konzentriere dich auf den Atem. Verlangsame den Atem und bemerke, wie er leicht und völlig still wird.

II. Mentale Vorbereitung

  1. Dem Geist Raum geben – Versuche nicht, den Geist zu sehr zu kontrollieren. Lass dem Geist Zeit, sich zu beruhigen und zu konzentrieren. Richte deine Aufmerksamkeit auf den Atem. Beginne langsam, den Geist zu beobachten. Sei geduldig und mitfühlend mit dem Geist und entwickle eine vertrauensvolle Beziehung zum Geist. Das sichert die Zusammenarbeit.
  2. Sich vom Geist trennen – Beobachte den Geist objektiv und versuche, dich nicht mit den Gedanken und Gefühlen zu identifizieren, die du beobachtest. Langsam wirst du beobachten, dass der Geist ruhig wird.
  3. Konzentrationspunkt – Bringe deine Aufmerksamkeit zu einem Chakra. Konzentriere dich auf das Herzzentrum (Anahata Chakra), wenn du ein emotionales Temperament hast.  Oder du kannst dich zwischen den Augenbrauen auf das Zentrum des Selbstbewusstseins (Ajna Chakra) konzentrieren, wenn du ein analytisches Temperament hast. Versuche, diesen Konzentrationspunkt ein Leben lang beizubehalten.
  4. Konzentrationsobjekt – Konzentriere dich auf ein Symbol. Wähle etwas, das dich inspiriert, wie die Sonne oder den Himmel, oder eine positive Eigenschaft wie Mitgefühl. Man kann ein persönliches Mantra oder das universelle Mantra OM verwenden.

Den Geist zur Ruhe zu bringen und in die Stille zu kommen, erfordert Übung. So wie ein schöner Baum langsam wächst, müssen wir geduldig sein, bis die Blumen blühen, die Früchte reifen und wir dann die Süße der Früchte schmecken. So müssen wir auch bei der Meditation geduldig sein und regelmäßig üben. Wenn die Meditation erblüht, entsteht ein unaussprechlicher Frieden, der das ganze Wesen durchdringt. Die Frucht der Meditation ist die Glückseligkeit des überbewussten Zustandes, der unbeschreiblich ist, da es in ihm keine Dualität gibt.

 

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